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Technologievorsprung ausbauen: Gira richtet eigenes Technikum ein

Um die Qualität und Zuverlässigkeit in der Fertigung schon im Vorfeld optimal abzusichern, hat das Gira Kunststoffzentrum ein eigenes Technikum eingerichtet, in dem Musterungen und Versuche unter realistischen Bedingungen durchgeführt werden können. Auch das Technologiescouting wird hier künftig zentralisiert: Es wird geprüft, welche neuen Technologien sich für Gira sinnvoll einsetzen lassen.

Bei der Kunststofffertigung lassen sich schon in der Musterungsphase viele Fehler systematisch erkennen und gezielt beseitigen. Dadurch können Musterungsschleifen reduziert werden, so dass Produkte schneller zur Serienreife gelangen. Im neuen Gira Technikum werden komplexe Verfahrens- und Werkzeugtechnologien erprobt. Zur Absicherung der Verarbeitungsprozesse kommen unter anderem Messtechnologien wie Temperatur- und Druckmessung zum Einsatz. So ist nach den Musterungen ein hohes Maß an Prozesssicherheit in der Gira Kunststofffertigung gewährleistet. Ein strukturiertes Vorgehen bei den Musterungen ermöglicht es auch, sinnvolle Technologien für die zukünftige Produktion abzuleiten.

Technologiescouting: Herausfinden, was sinnvoll ist
Das Technologiescouting, also die Beobachtung und Erprobung von zukunftsweisenden Technologien, ist ein weiterer Schwerpunkt des Technikums. Im Kunststoffbereich werden immer wieder neue Technologien entwickelt. Aber welche dieser Technologien sind für Gira Produkte in Bezug auf die geforderte Qualität und Wirtschaftlichkeit einsetzbar? Dies lässt sich nur durch intensive Praxistests herausfinden. Im neuen Technikum bieten sich hierfür dem Team um Technologiemanager Bernhard Hoster ideale Möglichkeiten.

„Ein Beispiel ganz neuer Technologien sind neue Regelungsmöglichkeiten der Maschinenhersteller. Hier wird die Viskosität der Kunststoffschmelze in einem konstanten Zustand gehalten. Dies ermöglicht, laut Hersteller, eine gleichbleibende Fertigungsqualität unabhängig von Chargenschwankungen oder Umwelteinflüssen. Derartige Technologien müssen für Gira Produkte erprobt werden, um den komplexer werdenden Produktanforderungen gerecht zu werden“, erläutert Hoster. „Neben den reinen Fertigungstechnologien gibt es auch innovative Verfahren und Materialien, die ganz neue Oberflächen oder Eigenschaften ermöglichen. Dank Temperiertechnologien wie dem Green-Mould-Verfahren sind zum Beispiel bindenahtfreie Oberflächen möglich. Um auch zukünftig eine Technologieführerschaft bei Gira zu gewährleisten, werden diese und andere Verfahren im Gira Technikum erprobt.“

Technische Ausstattung
Das Gira Technikum wurde zunächst mit vier Spritzgießmaschinen in einem Schließkraftbereich von 50 – 100 Tonnen ausgestattet. Eine weitere Spritzgießmaschine mit einer gesonderten Kolbeneinspritzung wird aktuell auf Zukunftstauglichkeit und Prozessgenauigkeit im Hinblick auf gestiegene Produktanforderungen geprüft. In Zukunft wird das Technikum auch um eine Kleinserienproduktion und eine Materialeingangskontrolle erweitert. So können die Prozesse bei Gira vom Material bis zur Serienreife frühzeitig abgesichert werden.

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